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Die Turbulenzen der Steinhoff-Gruppe, Eigentümer des Möbelhauses Kika/Leiner, werfen ihre Schatten auch auf Österreichs Möbelproduzenten. Die ringen mit schwindenden Verkaufsflächen und steigender Billig-Konkurrenz

Leiner ist das zweitgrößte heimische Möbelhaus mit aktuell 5.600 Mitarbeitern. Es expandierte viele Jahre und war der Inbegriff eines prosperierenden Familien-Unternehmens. Doch seit 2009, mit der Übergabe des Chefsessels von Herbert Koch an seinen Sohn Paul Koch, lief einiges aus dem Ruder. Die Kochs zogen vor vier Jahren die Reißleine und verkauften das Unternehmen für kolportierte 800 Millionen Euro an die südafrikanische Steinhoff-Gruppe. Unter neuer Leitung kam wieder Schwung in den Traditionshändler, der fortan solide Zahlen schrieb. Doch vor eineinhalb Monaten kam der Blitzschlag aus heiterem Himmel: Ein Bilanzskandal bei Steinhoff offenbarte ein Finanzloch von 200 Millionen Euro und riss damit auch Leiner in das Debakel mit hinein. Die Folge: Der Leiner-Flagship-store auf der Wiener Mariahilfer Straße wurde ruckzuck an eine Stiftung von Signa-Gründer René Benko verkauft, der übrigens vor einigen Jahren das deutsche Kaufhaus des Westens (KaDeWe) übernommen hatte. Den Erlös brauchte Leiner, wie das Wirtschaftsmagazin “trend” berichtet, um den laufenden Betrieb zu finanzieren. Trotz des Liegenschaftsverkaufs kann Leiner bis 2030 am Standort bleiben, wenn das Unternehmen weiterbesteht.

Ungemach droht auch von der Lieferantenfront: Insider berichten, dass Leiner-Zulieferer ihre Waren nicht mehr auf Kommission übergeben, sondern Bares haben wollen. Das ist aber nicht so einfach, denn die Tochterfirmen des Steinhoff-Konzerns verfügen nur bedingt über eigene Kreditlinien, da das Geld sämtlicher Töchter in erster Linie zentral gesteuert wird. Für die Kunden an Österreichs 29 Kikaund 19 Leiner-Filialen soll sich trotzdem nichts ändern, hält das Unternehmen fest. Leiner-Geschäftsführer Gunnar George: “Ich bin überzeugt, dass es eine zeitnahe Lösung des Problems geben wird.”

Wie auch immer die Sache bei Steinhoff ausgehen wird, eines ist fix: Die Schieflage beim Leiner-Eigentümer trifft nicht nur Kika/Leiner selbst, sondern auch die heimische Möbelindustrie gerade am falschen Fuß. Denn die Hersteller von Sesseln, Sofas, Betten, Tischen und Küchen sind auf den Handel angewiesen. Die Branche ist sehr überschaubar, die darin agierenden Firmen stehen zumeist in Familienbesitz und setzen durchschnittlich zweistellige Millionenbeträge pro Jahr um. 2016 wuchs die Branche um knapp acht Prozent. Kein Grund zur Traurigkeit also? Nicht ganz. Denn die Möbelhersteller stehen im Spannungsbogen zwischen großen Zulieferer-Unternehmen, über die sie ihre Rohstoffe beziehen, und den Händlern, über die sie ihre Produkte absetzen. Da schmerzt es natürlich, wenn ein wichtiger Partner abhandenkäme. Georg Emprechtinger, Chef der Naturholzfirma Team 7 und Sprecher der österreichischen Möbelindustrie: “Leiner ist ein Unternehmen mit langjährigen Partnerschaften. Wenn so ein Unternehmen leidet, dann betrifft das die ganze Branche. Es wäre also gut, wenn es bald wieder in eine gesunde Richtung ginge.” Vor allem hochpreisige Produkte aus den Manufakturen leiden unter dem schwindenden Flächenangebot und dem steigenden Preisdruck aus dem Handel. Außerdem brauchen Qualitätsprodukte gut geschulte Verkäufer sowie ein optimales Umfeld.

Die 1896 gegründete Möbelwerkstätte Wittmann mit 120 Mitarbeitern hat nur einen Schauraum und vertraut ihren Vertrieb handverlesenen Fachhändlern und Premiumpartnern an. Doch einige von ihnen haben in den vergangenen Jahren entweder zugesperrt oder die Verkaufsflächen dramatisch reduziert. Wittmann-Geschäftsführer Hartmut Roehrig: “Für die Handelspartner ist es immer schwieriger geworden. In Wien ist die Hälfte der hochwertigen Flächen verloren gegangen. Das erschwert das Leben eines Herstellers hochwertiger Produkte, wie wir einer sind, da wir weniger präsent sind.”

Ein Ausweg ist die Expansion ins Ausland. Made in Austria kommt weltweit gut an. Das zeigen auch die aktuellen Exportzahlen für die ersten drei Quartale aus 2017:

Die Ausfuhren stiegen in diesem Zeitraum um 1,4 Prozent. Bestseller dabei waren Sitzmöbel mit einem Plus von 7,7 Prozent. Nur bei den Küchen gab es ein Minus von 5,8 Prozent. Lieferungen über die heimischen Grenzen forciert auch Wittmann und ist mittlerweile auf sieben Märkten aktiv. “Wir müssen die Lust steigern; damit die Leute verstärkt zu uns kommen. Machen wir aus dem Möbelkauf mehr als nur ein Konsumthema. In Korea haben wir einen Handelspartner, der lässt die Transporteure unsere Möbel mit weißen Handschuhen ausliefern. Und für die Unterschrift auf der Warenannahme wird ein Montblanc gereicht. Das ist ein wenig theatralisch, kommt aber sehr gut an.”

Zu einem großen Sprung setzt Team-7-Eigentümer Georg Emprechtinger an: Er ist mit seinen maßgeschneiderten Naturholzmöbeln schon in den USA vertreten, eröffnet aber in wenigen Wochen den ersten Mono-Brand-Shop in Amerika – und zwar mitten am Broadway in New York. “Wir zeigen damit Flagge und sehen das als ersten Schritt.” Team 7 produziert im Übrigen nur auf Bestellung und hat im vorigen Jahr die Umsatz-Schallmauer von 100 Millionen Euro durchbrochen und beschäftigt derzeit 770 Mitarbeiter.

Neben dem Export bauen sich die österreichischen Möbelfirmen -unter Ausschaltung der Marktmacht des Handels – allmählich ein weiteres solides Standbein auf. Und das heißt Projektbereich; so werden etwa kleine Boutique-Hotels eingerichtet oder kleine und mittlere Unternehmen mit Möbeln ausgestattet.

Einen besonderen Umbruch erlebten die Büromöbel-Hersteller. Das Auf und Ab in diesem heiß umkämpften Markt hat Opfer nach sich gezogen. Bene schlitterte fast in die Insolvenz und wurde, so wie auch Neudoerfler Büromöbel, von der Investmentgesellschaft BGO Beteiligungsverwaltungs GmbH aufgefangen und saniert. An der BGO sind zu je 50 Prozent die Firmen Austro Holding GmbH (unter der Federführung von Sanierer Erhard Grossnigg) und Mabaho GmbH (Ex-Wirtschaftsminister Martin Bartenstein) beteiligt. Neben Bene-Neudoerfler ist eine weitere Gruppe via Fusion gewachsen: So hat Hali 2015 seinen Konkurrenten Svoboda übernommen. Die Marktbereinigung hat aber auch ihr Gutes: Preisdumping und Überkapazitäten sind passé, an deren Stelle sind Wachstum und Exporterfolge gerutscht. Neudoerfler-Chef Helmut Sattler: “Wir wollen weiter wachsen und damit uns als wichtiger Arbeitgeber in der Region absichern”

Dass die Möbelkäufer häufiger auf den Preis schauen, zeigt sich am wachsenden Diskonter-Geschäft, das den rot-weiß-roten Möbelproduzenten aller Preisklassen zusetzt. Denn auch zahlungskräftige Kunden schlagen immer häufiger in Diskont-Katalogen nach. Aus diesem Windschatten heraus haben vor allem Möbelhäuser wie XXXLutz, Ikea und Co enorm zugelegt. Wie solide die agieren, zeigt sich daran, dass die drei größten Handelshäuser in Österreich über einen Marktanteil von fast 70 Prozent verfügen.

Branchenprimus ist XXXLutz und laut Kreutzer, Fischer &Partner Consulting für ein Drittel des inländischen Möbelverkaufs verantwortlich. Das Familienunternehmen aus Wels beschäftigt 21.600 Mitarbeiter, betreibt über 566 Einrichtungshäuser und erzielt einen weltweiten Umsatz von 4,2 Milliarden Euro. Begonnen hat das Möbelhaus 1945 mit einer Tischlerei und einem kleinen Handel in der oberösterreichischen Gemeinde Haag am Hausruck. Nachdem die Gründerin das Unternehmen, eine geborene Lutz, an ihre beiden Söhne, Andreas und Richard Seifert, übergeben hatte, polierten die behutsam die Handelssparte auf. Mit durchschlagendem Erfolg. Der ist auch damit zu erklären, dass XXXLutz eine Mehrmarken-Strategie fährt: Neben der höherwertigen XXXLutz-Möbelschiene -mit renommierten Herstellern wie Hülsta, Rolf Benz, WMF, Team 7, Vossen oder Joop -ist das Unternehmen mit den Diskontmarken Möbelix und Mömax aktiv. Das größte Möbelhaus Europas, wie sich XXXLutz bezeichnet, könnte als Gewinner aus der Leiner-Misere hervorgehen. Denn wenn der Erzrivale fällt, erwachsen dem Möbelriesen aller Voraussicht nach noch mehr Marktanteile.

Im Gegensatz dazu verläuft das Business beim Möbelhaus Interio eher holprig (siehe Kasten Seite 45). Das Unternehmen mit einem Umsatz von 26 Millionen Euro hat heuer so etwas wie ein Schicksalsjahr. Interio-Eigentümerin Janet Kath hat im Juli des Vorjahres eine Patronatserklärung abgegeben. Diese Vereinbarung ist allerdings bis Jahresende 2018 befristet. Bis dahin sollen die Kosten gesenkt und weitere Umsätze durch den Online-Handel generiert werden.

Dass das Konzept greift, bleibt zu hoffen. Doch das Online-Geschäft im Möbelhandel ist, verglichen mit anderen Branchen, eine vernachlässigbare Größe. “Nur 1,5 Prozent der rund 4,48 Milliarden die in Österreich mit Möbeln umgesetzt werden, fließen ins Online-Business”, betont Marktanalyst Andreas Kreutzer. Via Internet werden vor allem Matratzen und kleine Einrichtungsgegenstände wie Lampen, Teppiche und dergleichen erworben. Sofas, Betten und vor allem Küchen hingegen werden fast nur über den stationären Handel bezogen.

Der Beitrag erschien in der Printausgabe von News Nr. 4/2018.

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