Diner Barhocker

willkommenaus aktuellem Anlass zu einer neuen lehrreichen Folge unserer unregelmäßigenSerie “Nepper, Schlepper,Hamburgerfänger”. Diesmal geht es um wundersameGeldscheinvermehrung. Wie das geht? Ganz einfach: Man nimmt eingeheimnisvolles Pulver, schwarzes Papier und heißes Wasser, packt das Papiermit ein paar echten Geldscheinen zu einemgroßen Paket, verpulvert das Pulver, lässt das Bündel über Nacht in heißemWasser liegen – et voilà! Und wenn es wider Erwarten nicht geklappt hat, somachten zwei Männer von 31 und 44 Jahren einem dritten Mann aus Langenhornweis, wenn die 3000 Euro echten Geldes sich im Gegenteil des Nachts einfachauch in simples Papier verwandelt haben statt umgekehrt, dann liegt das nurdaran, dass beim ersten Mal zu wenig Geld im Paket war! Erst als seine echtenScheine auch beim zweiten Mal wieder spurlos aus dem eingeweichten Paketverschwunden waren, begann das Opfer doch allmählich an der Kompetenz der zweivorgeblichen Geldvermehrer zu zweifeln. So klärt alles Weitere ab morgen dasHamburger Amtsgericht.

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Jamaika ist nicht nur ein Inselstaat in der Karibik, sondernvielleicht bald auch politische Realität bei unseren nördlichen Nachbarn. Denneinen Tag nach der Landtagswahl inSchleswig-Holstein standen gestern alle Zeichen auf Koalitionspoker. Eine,vielleicht die wahrscheinlichsteMöglichkeit dabei ist eben die “Jamaika-Koalition”, ein schwarz-gelb-grünes Bündnis (in den Nationalfarben desKaribikstaats) mit dem CDU-MinisterpräsidentenDaniel Günther, dazu als Partner FDP und Grüne. Er wünsche Günther “einglückliches Händchen”, schreibt RolandHeintze, Landesvorsitzender der CDU Hamburg, in seinen Glückwünschen. Für ihn ist die Koalitionsfrageauch deshalb interessant, weil die Hamburger CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Karin Prien eine heiße Kandidatin für dasAmt der Bildungsministerin ist (wir berichteten). “Weil Bildung nebenInfrastruktur und innerer Sicherheit eines der zentralen Wahlkampfthemen war,gehe ich davon aus, dass die CDU auchgern das Bildungsressort besetzen möchte”,sagte uns Karin Prien dazu gestern. Natürlich müsse man jetzt aber erst die Koalitionsgespräche abwarten, “da liegt noch ein langer Wegvor uns”. Wenn es aber so kommen sollte, wolle sie auch konsequent sein. “Ich bin bereit, nach Kiel zu ziehen. Soeine Aufgabe geht nur vor Ort.” Konsequenzen hätte dieser Umzug auch für Bürgermeister Olaf Scholz, auch privat. Denn die bisherige BildungsministerinSchleswig-Holsteins kommt ebenfalls aus Hamburg – und ist seine Frau Britta Ernst.

GehörenSie zu den Hamburgern, deren Versuche, eine Karte für die Elbphilharmonie zu bekommen,online am knüllen Server scheiterten? Dann haben Sie jetzt eine neue Chance in der neuen Spielzeit. Umdie 600 Konzerte sind geplant,renommierte Orchester kommen an die Elbe, aber es gibt auch Themenfestivals zuböhmischer oder tschechischer Kammermusik – und, nein, Sie müssen jetzt NICHTaufspringen und zum Rechner rasen. Denn die Tickets für mehr als 50 Abo-Reihen (von “Großen Stimmen” über “Pianomania” bishin zu “Talente entdecken”) werdenin  der kommenden Saison nicht nach dem”First come, first serve”-Prinzip vergeben, sondern über ein Losverfahren, fürdas man sich –ja, wirklich! –noch entspannt bis zum 22. Mai anmelden kann. Allerdings eben, Losverfahren!,ohne Garantie. Ebenfalls per Los werden die Tickets für fünf Sonderkonzertevergeben, darunter die Saisoneröffnungmit Cello-Suiten von Bach am 3. September. Und auch wer nur Karten füreinen einzigen Abend will, soll es nun als Hamburger leichter haben als diePotentaten und Oligarchen aus Nah- und Fernost: Anders als bislang startet für rund ein Drittel der Konzerte, die von der Betriebsgesellschaft der Elbphilharmonie selbst veranstaltetwerden, der Vorverkauf am 12. Juni an den Vorverkaufsstellen um 10 Uhr, online sind die Karten aber erst ab 18 Uhr verfügbar. Mehr Infos gibt es hier.Ach so: Da der bewusste Vorverkaufstag ein Montag ist, empfiehlt es sich,Urlaub zu nehmen, aber, will man ihn kriegen, nicht zu verraten, weshalb …

“AmKaifu wird es eng!” Mit diesem Slogan wirbt die Initiative Kaifudogs,die das Eimsbütteler Kaiser-Friedrich-Ufer auch nach dessen Neugestaltung wiebisher genutzt wissen will, für ihre Unterschriftensammlung (wir berichteten).Für ein erfolgreiches Bürgerbegehren müssten 6000 Unterschriften aus dem Bezirk Eimsbüttel in sechs Monaten her.Nach anderthalb Wochen “nähern wir uns schon den 1000”, sagt Jule Thumser, eine der Sprecherinnen derKaifudogs. Am Infostand, der an den Wochenenden bei derU-Bahn-Station Hoheluftbrücke aufgebaut wird, hielten “zum Teil die Leute mit ihren Autos, springen kurzraus und fragen, wo sie unterschreiben können”, berichtet Thumser. Ein Hauptanliegen der Initiative: dass geprüfte Hunde weiterhin ohne Leine amIsebek-Kanal spazieren gehen dürfen. Die zwei Freilaufflächen, die es stattdessen geben solle, seien, soThumser, kaum größer als “das Grundstück eines Einfamilienhauses”. Aber nicht nur Hundebesitzer will die Initiativeansprechen, sondern alle, die gerne am Kaifu-Ufer ihre Freizeit verbringen– egal ob Kanufahrer, Radler,Grillgruppen oder Familien mit Kleinkindern. Denn für Erholungssuchendegibt es durch die aktuelle Umgestaltungbald weniger Platz; es werden Büsche gepflanzt, unter denen sich höchstensRatten tummeln können, und Langgraswiesen angelegt, die nicht betreten werdendürfen – eine versteckte Sparmaßnahme des Bezirks, weil dadurch weniger gemähtwerden muss? Aber nein, das war gar keine Idee der Politik oder der Verwaltung.Sondern Resultat eines Bürgerentscheidesaus dem Jahr 2010, den die sogenannteIsebek-Initative gewann: einBürogebäude wurde verhindert, und seither entscheidetein öffentlicher Runder Tisch über die Gestaltung des Isebeks-Grünzugs mit– so auch jetzt. Geschichte? Wiederholt sich eben doch.

Dass Taxifahren bald teurer werden soll,haben wir schon berichtet. Heute steht dazu die Entscheidung des Senats an. Die CDU fordert dagegen eine Preisbremse für Taxitarife. “Die geplantePreiserhöhung ist unverhältnismäßig, unsozial und schädlich für vieleBetriebe”, erklärt CDU-VerkehrspolitikerDennis Thering. “Taxifahren muss bezahlbar bleiben.” Es gebe keineRechtfertigung für die Tariferhöhung, zumal Inflationsrate und Treibstoffkosten seit Jahren auf niedrigem Niveaulägen. Das sieht Christian Brüggmann,Vorstand der Taxen-Union Hamburg Hansa, anders: “Seit der letzten Erhöhungim Oktober 2014 sind die Lebenshaltungskosten, die Betriebskosten und derMindestlohn gestiegen”, sagt er. Die Preiserhöhung sei notwendig, um das Überleben der Unternehmen zu sichern.Offenbar sehen das aber nicht alle so. “Die Tarifanhebung ist überzogen und durch wirtschaftliche Notwendigkeitnicht zu begründen. Es ist zudem zu befürchten, dass viele Kunden jetzt auf denöffentlichen Nahverkehr oder auf Anbieter wie beispielsweise Car2go umsteigen”,zitiert das “Hamburger Abendblatt” AndréHacker, Personalleiter bei den Funkzentralen Taxi Hamburg 6×6 und TaxirufHamburg 441011. Seine Kritik soll Hacker brieflich auch Verkehrssenator Frank Horch und Bürgermeister Olaf Scholzmitgeteilt haben. Ob das noch Einfluss auf die Entscheidung hat?

Reden wir über Sex! Gar nicht so einfach inHamburg. “Es gibt hier einfach viele Dinge, über die man nicht spricht. Sexgehört definitiv dazu”, sagt die SexologinAnn-Marlene Henning im Interview mit ZEIT:Hamburg-Redakteurin Hanna Grabbe.Vor mehr als 30 Jahren kam die  gebürtigeDänin nach Deutschland, in Eppendorfbetreibt sie ihre Praxis. Mit dem Besonderheiten im Liebesleben der Stadtkennt sich Ann-Marlene Henning also aus. StichwortImagedenken, das spiele eine wichtige Rolle. “Meine Erfahrung zeigt, dassder Druck, nach außen hin zu performen,im bürgerlichen Milieu hoch ist. Vorsichtig gesagt: Wer auf Vernissagen,Empfängen und wichtigen Geschäftsessen zugange ist, muss ja eine Fassadeaufbauen, wozu heute auch eine sichere,erfolgreiche sexuelle Ausstrahlung gehört”, so die Sexologin, die nochgenau weiß, “wie es war, als ich damals in Hamburg ankam: Die Form musstegewahrt werden. Es galt feineZurückhaltung.” Die Dänenseien dagegen direkter, da entwickle sich leichter ein Gespräch. “Als wir dieFotos für mein erstes Buch gemacht haben, wollten wir junge Paare in Hamburgfinden – und keiner, wirklich keiner hat mitgemacht. Dann sind wir in einenPark in Berlin und haben sofort 23 Paare gefunden.” Uff. Welchen Einfluss die Karriere und der Kiefer aufSex haben und warum es in Hamburg keine Amüsiermeile für Frauen gibt, auchdarum geht es in dem Interview in der aktuellen Ausgabe am Kiosk oder hierdigital.

Shoppen und Kaffee trinken

In Secondhand-Klamotten stöbern und Kaffee trinken schließt sich im Klamottensen nicht aus. Im winzigen vorderen Teil des Ladens kann man einen Cappuccino von Black Delight, einen Tee, frisch gepressten Orangensaft oder eine Limonade trinken, im rückwärtigen Raum nach einer neue Bluse, einem Hemd oder einer Hose suchen. Angeboten wird eine kleine Auswahl an Kuchen, Kleinigkeiten wie Schneebälle aus weißer Schokolade und Kokos sowie überbackene Toasts (Spinat/Käse für 3,20 Euro), aber erst die drei Sorten an fluffigen Waffeln aus Dinkelmehl (Mohn/Mandel mit Vanillesoße für 3,90 Euro) sowie die Kombination aus Ladengeschäft und Café machen diesen Ort zu etwas Besonderem. Vor der Tür gibt es für zu erwartende Sonnentage auch noch Sitzgelegenheiten. Die hübschen Vintage-Möbel im Laden wurden leider gegen schnöde Stehtische und Barhocker ausgetauscht. Und: Wer jetzt eigene Frühlings- oder Sommerkleidung in Kommission geben möchte, kann einen Termin vereinbaren und hat nach erfolgreichem Verkauf, Waffeln und Kaffee vielleicht sogar noch Geld übrig.

Klamottensen; Ottensen, Kleine Rainstraße 6, Mo–Fr 10–19.30 Uhr, Sa. 10–18.30 Uhr

Christiane Paula Behrend

Klassik für Kids: Komponist Georg Philipp Telemann schwitzt überseinem neuen Werk “Klingende Geographie”und kommt nicht weiter. Vielleicht können ihm die Elbwichtel helfen? “Telemann, Telefrau und vieleTelekinderchen”, Familienkonzert rund um das Leben des HamburgerKomponisten.

Speicheram Kaufhauskanal, Blohmstraße 22, 9.30 und 11 Uhr, 5 Euro

Sowjetische Tanzwut: Im Russland der 1920er bis1950er Jahre pulsierte das Nachtleben zu Urban Folk, Klezmer, Jazz undGangster-Chansons. Das St. Petersburger Sextett La Minor packt das Knopfakkordeon aus und lässt Hedis Tanzkaffeebeben. Hossa.

Frau Hedis, Landungsbrücken (Brücke10), 18 Uhr, 18 Euro

Idomeni – und dann? Das Flüchtlingscamp inIdomeni ist aufgelöst. Jetzt geht es um “Relocation” undFamilienzusammenführung nach dem Dublin-Verfahren. “Geflüchtete in Griechenland – die katastrophalen Zustände nachIdomeni”, Berichte von DorotheeVakalis und Salinia Stroux.

ÖkumenischesForum HafenCity, Shanghaiallee 12, 18.30 Uhr

Beste Bücher:Terézia Mora feiert ihren “Preisder Literaturhäuser” mit einer Lesereihe von Göttingen bis Salzburg. Dieungarische Autorin habe “bislang ein Werk vorgelegt, das fraglos zumAufregendsten und stilistisch Verblüffendsten gehört, was die deutschsprachigeGegenwartsliteratur zu bieten hat”, so die Veranstalter. Ihre Buchtitel klingenentsprechend: “Seltsame Materie” (1999), “Das Ungeheuer” (2013), “Die Liebeunter Aliens” (2016).

Literaturhaus, Schwanenwik 38, 19.30Uhr, 10 Euro

Verlosung I:GünterMärtens, Bassist von Ulrich Tukurs RhythmusBoys, erzählt in seinem biografischen Roman”Die Graupensuppe” von seiner jugendlichen Achterbahnfahrt zwischenFreundschaft, Verrat, Sehnsucht, höchster Lust und dem scheinbarunvermeidlichen Eintauchen in die Hamburger Drogenwelt. Sie möchten bei der Lesung am Mittwochdabei sein? Wir verlosen2x2 Gästelistenplätze. Senden Sie Ihren Namen und den Namen IhrerBegleitung mit dem Stichwort “Graupensuppe” bis 12 Uhr an [email protected] Viel Glück!

St.Pauli Theater,Spielbudenplatz 29–30, Mittwoch, 20 Uhr, 20 Euro

Verlosung II: Sie wissen es natürlich schon: AmSamstag laden wir wieder ein zur LangenNacht der ZEIT. In ganz Hamburg gibt es dann Lesungen, Vorträge,Diskussionen, Events. Eine der Veranstaltungen, die bereits ausgebucht ist: “Chaostage? ZEIT:Hamburg im Gespräch mitOlaf Scholz” um 20 Uhr imHapag-Lloyd-Gebäude, Ballindamm 25. Wirverlosen trotzdem noch 2×2 Karten – wenn Sie in einer Mail bis morgen 12Uhr an [email protected], warum Sie hinwollen.

Und wennSie wissen wollen, was sonst noch geht bei der Langen Nacht der ZEIT, schauenSie hiervorbei.

Hafengeburtstag, eine Familie bummelt vom Baumwall in Richtung Landungsbrücken, der verdutzte Mann zu seiner Frau: “Wo siehst du denn einen Leuchtturm? Das ist ein Feuerschiff.”

Gehört von Martina Fellinger

Das war sie wieder, die Elbvertiefung. Wollen Sie uns IhreMeinung sagen, wissen Sie etwas, über das wir berichten sollten? Schreiben Sieuns: [email protected]

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag. Montag lesen wir unswieder, wenn Sie mögen!

Ihr Mark Spörrle

PS: Gefällt Ihnen unser Letter, leiten Sie ihn gern weiter.Haben Sie ihn weitergeleitet bekommen, melden Sie sich ganz einfach und unverbindlichan unter www.zeit.de/elbvertiefung.Dann schicken wir Ihnen die neue Elbvertiefung, solange Sie wollen, immermontags bis freitags ab 6 Uhr.

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    Doch auch wenn es wie aus Kübeln schüttet, kann gemütlich auf der Veranda

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