Barhocker für Die Küche

In der Bar im Glockenbachviertel gibt es zwar fancy Schnickschnack. Der hipstert einen aber nicht so penetrant an, wie das um den Gärtnerplatz sonst häufig der Fall ist.

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Es fehlt nur noch ein Hebel, der schnell gezogen werden kann, wenn die Polizei anklopft. Und der dann die Bar mit mechanischem Knirschen in eine, sagen wir, Tierhandlung verwandelt. So muss das damals gewesen sein, als Alkohol verboten war.

Und wenn heute auch trinken darf, wer alt genug ist: Ein wenig erinnert Wolf’s Farmacy in der Klenzestraße an ein Speakeasy, eine der illegalen Kneipen zur Zeit der Prohibition in den USA. Und an eine Milchshakebar. Und an eine alte Apotheke. An einen Spirituosenladen. Und an Willy Wonkas Schokoladenfabrik. Fast überflüssig zu erwähnen, dass im Hinterzimmer ein alter Friseursessel steht, an dem unregelmäßig auch ein Friseur arbeiten kann.

Das also ist Wolf’s Farmacy, eine Bar im Glockenbachviertel im Januar 2018. Eine Erinnerung an Städte, die niemals schlafen, in der Stadt, die ihre Nachtruhe so dringend braucht. Nach “Zum Wolf” und “Little Wolf” ist es das dritte Haus, das Corinna und Wolfgang Götz in München betreiben. Nachmittags und abends soll es geöffnet sein, bis zum offiziellen Start erst einmal nur abends. Ein paar letzte Details fehlen noch, die Barhocker etwa, und ein Schild über dem Eingang.

Noch erinnert dort der Schriftzug “Theaterklause” an das Vorgängerlokal. Dort, so brachte das die Abendzeitung einmal auf den Punkt, konnte man sich “ein legeres Bier hinter die Binde kippen und nett plaudern”. Die Klientel: Stammgäste, junge Leute, die sich hier ihr Flaschenbier für Sommernachtsträume auf dem Gärtnerplatz besorgten, und Musiker aus dem Theaterorchester von nebenan.

An die alte Stammtischromantik erinnern allenfalls noch ein paar hölzerne Schützenscheiben im Keller. Und auch das Licht ist zwar noch schummrig, es kommt nun aber von Lampen mit Teppichfransen. Wolf’s Farmacy ist ungleich weniger Boazn. Ein Blick auf die Karte zertrümmert dann den letzten Zweifel, denn in der Theaterklause gab es bestimmt keinen Smoked Rusty Nail (11 Euro) und andere Cocktails und Longdrinks auf Whisky- oder Cognacbasis. Und schon gar nicht gab es dort Egg Cream, das heißt: mit Sodawasser aus der eigenen Sodamaschine aufgesprudelte Milch. Eier und Sahne sind im Egg Cream nämlich nicht enthalten.

Man hat es also mit einer Art Milchshake des kleinen Mannes zu tun, der in den USA in den Fünfzigerjahren aus der Mode kam. Verfeinern lässt sich das mit allerhand Sorten von Sirup, die der Barkeeper in Wolf’s Farmacy fast alle selbst herstellt. Und natürlich mit Alkohol. Ein normales Helles gibt es übrigens nicht, dafür Kellerbier im Steinkrug (4,50) oder alkoholfreies Pils.

Friseursessel, Egg Cream – sogar der Jägermeister ist im Fass gereift. Das ist natürlich alles fancy Schnickschnack, allerdings, und das ist das Schöne, hipstert der einen nicht so penetrant an, wie das um den Gärtnerplatz manchmal der Fall ist. Das kommt vermutlich daher, dass man sich in Wolf’s Farmacy nicht allein auf extravagante Einfälle verlässt, sondern auch beim Kerngeschäft einen guten Job macht: einfach eine Bar zu sein, in der jeder willkommen ist und in der jeder gesellig sein oder schweigen kann, wie er möchte.

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