Exclusive Barhocker

Wer behauptet, dass Münchner nicht feiern können, hat keine Ahnung. München veranstaltet jährlich die weltweit größte Volksparty – Millionen von Menschen kommen aus der ganzen Welt hierher, nur auf dem Oktoberfest zu feiern. Und auch über den Rest des Jahres, wenn die Münchner unter sich sind, sieht es in den Clubs ziemlich gut aus. Hier sind sieben Dinge, die ich am Feiern in München liebe:

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Richtig gelesen, so etwas gibt es in München tatsächlich, auch wenn du noch nie davon gehört hast. Die Rede ist hier nicht von schick angemieteten Rooftop-Suites, sondern von Locations in abgeranzten Kellern, unter Brücken oder am Ende irgendwelcher Katakomben. Diese Orte sind so schwierig zu finden, dass niemand außerhalb Münchens auch nur auf die Idee kommen würde, dort eine Party zu suchen, geschweige denn zu veranstalten. Aber der Ruf der Bayrischen Polizei ist in jeglicher Hinsicht wahr, also gibt man sich in München mit der Suche nach versteckten Locations auch mehr Mühe als woanders. Die Gäste honorieren das hier; nicht etwa, weil sie zu dem auserwählten Kreis der Wissenden gehören, sondern weil solche Partys in München wirklich gut sind und jeder weiß, wie akribisch die Veranstalter sie geplant haben müssen. Keiner nimmt solche Events als selbstverständlich hin und tut cooler als er ist oder macht Stress. Wir sitzen hier alle im gleichen Boot und rudern mühevoll durch den schwarzen CSU-Fluss. Umso schöner, dass es ein paar kleine, unabhängige bunte Inselchen gibt.

aka Bier. Der Fame ist kein Fake. Wie überall in München bekommt man auch in den Clubs immer gutes Bier, was absolut nicht selbstverständlich ist. Im Gegensatz zu Astra oder Kölsch schmeckt es, du bekommst relativ selten einen Kater davon und wenn du der Bardame genügend Trinkgeld gibst, holt sie unter der Theke auch noch eine von den dickbauchigen 0,5-Liter-Flaschen hervor und nicht die anorektischen 0,33er.

Auch Frauen trinken hier fast alle Bier. Für Typen heißt das, dass du dir hier eine Menge Geld sparen kannst, wenn du eine Lady mit Gratis-Drinks beeindrucken willst; und für mich heißt es, dass ich nicht direkt als Lesbe abgestempelt werde, nur weil ich eine dicke braune Flasche anstelle eines filigranen Margaritaglases über die Tanzfläche trage. Die biertrinkenden Frauen Münchens sagen übrigens auch viel über die Streetcredibility der Stadt aus.

Dieser Begriff trägt jetzt wiederum nicht besonders viel zur Streetcredibility Münchens bei. Lokalpolitikern, Polizeibeamten und Boulevardjournalisten ist es tatsächlich gelungen, das Wort Feier- oder Partybanane für die Clubakkumulation im Bereich vom Sendlinger Tor über die Sonnenstraße bis zum Maximiliansplatz zu etablieren. Aber es ist nur ein Name – und Fakt ist, wer in der Partybanane unterwegs ist, feiert geselliger und günstiger als anderswo. Das Beste an der Banane ist, das man zu Fuß von Club zu Club laufen kann. Vom östlichen (Rote Sonne) bis zum westlichen Ende (Pimpernel) läuft man ungefähr 20 Minuten und wird dabei auch noch sehr gut unterhalten – erst letztes Wochenende habe ich einen strunzbesoffenen Anzugträger dabei beobachtet, wie er einem Straßengeiger einen Hundert-Euro-Schein in den Hut warf. Nebenan hat ein streitendes Pärchen sich gegenseitig mit Döner beworfen. Zeig mir eine Stadt auf diesem Planeten, in der du diese Kombi erleben kannst.

München ist wahrscheinlich die einzige Stadt, in der Touristen kein Problem im Nachtleben darstellen, sondern im Einklang mit den Locals feiern. Der Münchner hat meist nicht nur einen weltoffenen Charakter, sondern kann sich aufgrund der merkwürdigen Sprachverwandtschaft des Bayrischen mit allen anderen romanischen Sprachen („really”-„wiakli”, „Merci”-„Meassi”, „fuera”- „fiari”) sehr gut auf andere Kulturen einstellen. Die Touristen merken das, fühlen sich angenommen und benehmen sich deshalb auch besser als in anderen deutschen Städten, wo sie sich durch besonders trotziges Verhalten profilieren müssen und so unangenehme Stimmung verbreiten.

Dennoch gibt es natürlich auch in München Touristen, die niemand braucht: die Landbevölkerung, welche am Wochenende mit dem Regionalbahn oder dem Flixbus in die Landeshauptstadt gekarrt wird, um „gscheidt” einen draufzumachen. Die Stadt hat für diese Fälle eine sehr subtile, aber äußerst effektive Abwehrmethode entwickelt. Es kann kein Zufall sein, dass die für die für Dorfbewohner so attraktiven Clubs (Drei und mehr Floors, Musik zum Mitsingen, Frauen zahlen keinen Eintritt) strategisch so gelegen sind, dass sie Junggesellenabschiede aller Art abfangen, bevor sie den Altstadtring auch nur aus der Ferne sehen könnten. Prominentes Beispiel dafür ist natürlich die Kultfabrik direkt am Ostbahnhof. Den endgültigen Beweis für diese Theorie liefert allerdings der „Neuraum”, der zufälligerweise genau auf der anderen Seite im Westen der Stadt liegt. Die Großraumdisko befindet sich praktischerweise gleich direkt im Omnibusbahnhof . Ein wirklich feiner Schachzug der Baubehörde, der uns vor dem Großteil der Dorfjugend bewahrt.

In München wirst du nette Menschen wiedertreffen aber auch ständig neue Leute kennenlernen. Das hört sich erst mal ziemlich banal an, beides ist im Nachtleben aber absolut wünschenswert. Hier weißt du, schon bevor du durch die Clubtür gehst, wen du treffen könntest und welchen Schlag Mensch du kennenlernen wirst. Das heißt, du kannst deinem unangenehmen Ex-Freund für immer aus dem Weg gehen und du weißt, wo du hingehen musst, um einen One-Night-Stand klar zu machen oder noch einmal wiederzusehen.

Das Aussortieren von Menschen anhand von Äußerlichkeiten ist in jeglichem Kontext widerlich und kann eigentlich niemals auf der Plusseite stehen. Trotzdem ist es ein Vorteil, wenn du zumindest weißt, warum du abgewiesen oder hineingelassen wurdest. Und hier bietet München einen klaren Vorteil: die Berechenbarkeit.

In Berlin wechseln sich die Einlassbedingungen quasi im Minutentakt, ich wurde schon mit dem Spruch „Sorry, schon zu viele Heteros heute” weggeschickt, und es handelte sich dabei noch nicht mal um einen Schwulenclub. In München gibt es klare Regeln für das Spielchen zwischen dir und dem Ex-Knacki auf dem Barhocker: Bist du eine Frau, kommst du rein. Wenn du ein Mann bist und eine Frau dabei hast, kommst du rein. Und ja, das funktioniert sogar im P1. Ich habe mir lange den Kopf darüber zerbrochen, ob es widerlicher ist, aufgrund der eigenen Sexualität der Tür verwiesen, oder aufgrund des Geschlechts hineingebeten zu werden, und bin zu keinem befriedigenden Ergebnis gekommen. Sicherlich sollte aber niemand die Frage seiner Sexualität mit einem Ex-Knacki auf einem Barhocker besprechen müssen, nur um in einen Club zu kommen. Türpolitik ist Scheisse, überall. Aber in München sie manchmal ein kleines bisschen weniger Scheiße als anderswo. Außerdem stimmt in Münchner Clubs das Mann-Frau-Verhältnis, was allen zu Gute kommt.

München ist in Deutschland die Stadt mit der höchsten Lebensqualität. Das liegt sehr wahrscheinlich nicht nur am Nachtleben, aber auch clubkulturell gibt es ein paar gute Gründe, die für München sprechen – mindestens sieben, wenn du mich fragst. Hier stimmt einfach die Balance: München muss sich nicht verstecken, aber auch nicht profilieren – eine ziemlich sexy Mischung, wenn es ums Feiern geht.

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